Vortrag. Anlass: Tagung der GIP in Wien „Kraft, Macht und Gewalt der Bilder in interkultureller Perspektive“

Ich danke der GIP und Anke Graness, die mich vorgestellt hat!

Vielen Dank für die Begrüßung und Beschreibung, für das Bild, das nun zu Beginn meines Vortrags von mir dastehen kann. Ich freue mich über dieses Bild, da es individuell ist, es ordnet Dinge, die ich angestellt habe in einen allgemeinen Rahmen ein. Es legt mich innerhalb eines Kontexts – den ich selbst akzeptieren kann – als Teilpersönlichkeit fest. Dieses Bild ist eine Festlegung, die entlang der Methode der Quellenbegrenzung gefunden wurde. Nur bestimmte Eigenschaften meiner Person sind wichtig, es muss nicht ausgewählt werden, das sozusagen Wissenswerte liegt auf der Hand. Ich stimme dem Rahmen zu, so wie Sie alle auch.

Im Folgenden möchte ich mit Frantz Fanon nicht nur die von ihm bekannte und offensichtliche Frage nach den Festlegungen durch Hautfarbe besprechen, sondern ebenso thematisieren, wann und ob es Situationen gibt, die vom Denken verlangen nicht mehr methodisch zu sein, oder anders formuliert:

Wie ist eine Methode denkbar, die im Kontext von Kolonialismus, der in besonderer Weise das Versagen des scheinbar Wissenschaftlichen sichtbar macht, ihre Berechtigung behält.

Frantz Fanon soll damit heute als politischer Wissenschaftstheoretiker besprochen werden. Zu Beginn stehen Vorbemerkungen zum Sprechen und Nachdenken mit Frantz Fanon. Ich werde mit Jacques Ranciere eine Art über Bilder zu sprechen vorstellen, die mir zu den gegebenen Fragestellungen zu passen scheint. Sowie ich immer wieder zu Beginn und im Laufe des Vortrags die Themen Wissenschaftlichkeit und Kolonialismus, Wissenschaftlichkeit und Bild, oder die Wissenschaften und ihr Verhältnis zu anderen Formen des Ausdrucks ansprechen werde. Darauf werden drei ausgewählte Kapitel aus „Schwarze Haut, Weiße Masken“ besprochen. Am Ende stehen zusammenfassende Überlegungen zum Schluss.

„Schwarze Haut, Weiße Masken“ ist 1952 in Lyon entstanden.

Mit diesem Vortrag eröffnet sich für mich ein sprachliches Problem, wie zu Fanon sprechen, welche Wortwahl treffen? Ich habe mich entschieden in diesem Fall auf weibliche Formen zu verzichten, da Fanon das Verhältnis von Hautfarbe und Geschlechterverhältnissen in besonderer Weise bearbeitet, was heute nicht mein Thema sein wird, die Einführung der weiblichen Form an jeder Stelle könnte allerdings in Bezug auf Fanon Verzerrungen hervorbringen. Zweitens stellt sich die Frage nach der Terminologie, ich werde das Wort „Schwarzer“ an Stellen einsetzen, wo Fanon es verwendet, ich werde in Zitaten das Wort „Neger“ stehen lassen, da Fanon diesen Wortgebrauch bewusst wählt.

Frantz Fanon wurde 1925 in Fort-de-France geboren und ist 1961 gestorben. Er war Psychiater und Denker überhaupt, sowie aktiv und schreibend in den Kampf um Entkolonialisierung involviert. Bilder seien zunächst sehr einfach als Festlegungen verstanden, die Wiedererkennung erlauben. Fraglich wird in diesem Kontext allerdings weswegen etwas erkannt werden kann. Mit Jacques Ranciere sei formuliert, dass Bilder nicht Duplikate einer Sache sind, sondern komplexe Beziehungsspiele zwischen dem Unsichtbaren und dem Sichtbaren, sowie dem Gesagten und dem Ungesagten. Im Folgenden möchte ich über diese Verhältnisse sprechen, die Bild sind.

Zitat Ranciere

„Was man Bild nennt, ist ein Element in einer Anordnung, die einen bestimmten Wirklichkeitssinn, einen bestimmten Gemeinsinn erzeugt.“ (120 „Der emanzipierte Zuschauer“)

Frage ist: Wie können Bilder zum Ausdruck kommen, die nicht nur Produkt ihrer Umwelt sind sondern auf diese zurückwirken? In jedem Fall dürfen sie Betrachtenden nicht sofort begreiflich sein. Nachgedacht werden soll folglich über Bilder, die in Unverständnis zurücklassen, über verwirrende Bilder, über DADA im Philosophieren, über Wahrnehmungen, die die eigenen Grenzen absurd werden lassen, über Methoden, die nicht direkt zugänglich sind.

Zurück zu Frantz Fanon. Fanon sieht sich zu Beginn seines Buches „Schwarze Haut, weiße Masken“ mit eben diesem Problem konfrontiert, er schreibt:

„Es gehört zum guten Ton, ein psychologisches Werk mit einem methodologischen Standpunkt einzuleiten. Wir werden gegen diesen Brauch verstoßen. Wir überlassen die Methoden den Botanikern und Mathematikern. Es gibt einen Punkt, an dem die Methoden verschwinden.“ (12)

Anstelle von Methodenanwendung, möchte Fanon Beobachtungen beschreiben aus dem ihm Bekannten verschiedene Positionen ausformulieren, die der Schwarze dem Weißen gegenüber einnimmt. Der Wissenschaftlichkeit muss Fanon misstrauen, da es eben diese ist, die zu seiner Zeit beschäftigt ist mit Vorschlägen zur pädagogischen Anleitung der Schwarzen, eine Lehrerschaft, die sich durch Unterdrückung legitimiert, durch eine Unterdrückung, die sich ihrerseits  durch Wissenschaft, die »orientalisiert« im Sinne Edward Saids, rechtfertigt. Kurzum, es ist der radikale Zweifel am Wissenschaftlichen sobald es meint Zukunft vorher sagen zu können, sobald es meint Herrschaftsverhältnisse rechtfertigen zu können, der dem Folgenden zu Grunde liegt. Die Frage wird im Anschluss zu stellen sein, was dann Fundament von Bildern sein kann, die Wahrheit behaupten? Vielleicht wird es ein Plädoyer für eine lebendige Form von Vorurteil sein, das zu halten ist, für ein beständiges Überkonstruieren von Festlegung, für das überdeterminierte Bild.

Fanon beginnt seinen Text nun mit zwei Feststellungen.

Zitat

„Es ist eine Tatsache. Weiße halten sich den Schwarzen für überlegen.
Eine andere Tatsache: Schwarze wollen den Weißen um jeden Preis den Reichtum ihrer Gedanken, die Ebenbürtigkeit ihrer Geisteskraft beweisen.“ (10)

Darauf beschreibt Fanon die Intention seines Schreibens.

Zitat

„Die Architektur der vorliegenden Arbeit steht in der Zeitlichkeit. Jedes menschliche Problem muss von der Zeit her betrachtet werden. Wobei das Ideal ist, dass die Gegenwart stets dazu dient, die Zukunft aufzubauen.“ (13)

Wo bringt uns diese Aussagen hin, wenn angenommen wurde, dass Wissenschaftlichkeit nicht Zukunft fixieren darf? Das Denken soll, so Fanon, einem Weitergehen in ein friedliches Zeitalter dienen, Methode dafür kann nur die Friedfertigkeit und Anerkennung im gegenwärtigen Denken und Tun sein, das durch unterschiedliche Aspekte seines Aussehens wandert aber allerdings immer die glückliche Vereinigung im humanen Zusammenleben vor Augen trägt. Vermutlich ist vielen von Ihnen die These Fanons aus „Die Verdammten dieser Erde“ bekannt, die aussagt, dass es der Gewalt im Befreiungskampf bedarf, um den Selbstwert desjenigen mit schwarzer Hautfarbe wiederherzustellen. In Schwarze Haut, Weiße Masken kann ich diesen Aspekt nicht finden. Zum Zeitpunkt dieser Forschung fällt eher die gewaltfreie Einstellung auf, der Weg zu einer geeinten Menschheit scheint Fanon zu diesem Zeitpunkt noch greifbarer zu sein.

Und nocheinmal, was heißt hier Zukunft?

Zitat.

„Und diese Zukunft ist nicht die des Kosmos, sondern die meines Jahrhunderts, meiner Heimat, meiner Existenz. Auf keinen Fall darf ich mir vornehmen, die Welt vorzubereiten, die nach mir kommen wird. Unausweichlich gehörte ich meiner Epoche an. Dieses Gebäude hängt insofern mit der Gegenwart zusammen, als ich die letztere als etwas zu Überwindendes setze.“ (13)

Des Weiteren, wenn Fanon vom Schwarzen spricht, wen meint er? Er meint die Antillaner, er benennt sich selbst als Antillaner. Ich möchte an dieser Stelle nicht »ist« Antillaner schreiben, da eben dieses IST von Said als Grundlage einer vermeintlichen Wissenschaft beschrieben wird, die ihre Grundfesten auf einem IST erbaut, das erlaubt Dinge als existierend und real zu behaupten, wenn sie auch nur in der Sprache verbunden wurden.

Es folgen nun drei ausgewählte Positionen, die Fanon in Schwarze Haut, Weiße Masken beschreibt. Es handelt sich um drei Verhältnisse in denen der Schwarze zum Weißen stehen kann.

Ich zitiere die von Fanon formulierten Überschriften:

  1. „Der Schwarze und die Sprache“
  2. „Der angebliche Abhängigkeitskomplex des Kolonisierten“
  3. „Der Neger und die Anerkennung“

1.    „Der Schwarze und die Sprache“

Sprechen heißt, absolut für den anderen existieren, schreibt Fanon. Sprechen heißt sich einer Syntax bedienen zu können, bedeutet aber vor allem eine Kultur auf sich zu nehmen.

Zitat

„Ein Mensch, der die Sprache besitzt, besitzt auch die Welt, die diese Sprache ausdrückt und impliziert.“ So Fanon. Wird man nun in seiner sprachlichen Eigenheit nicht akzeptiert, kann diese nicht leben, bedeutet dies sich einer Kultur zu unterwerfen, die Herrschaftsansprüche stellt. Fanon wäre nun falsch verstanden, würde man ihm unterstellen, dass es lediglich die Europäer oder Franzosen sind, die ihre Sprache aufdrängen. Er formuliert: „Der Schwarze, der die Metropole kennt, ist ein Halbgott.“ Bei seiner Rückkehr auf die Antillen. Fanon möchte darauf hinweisen, dass es nicht Anliegen des Schwarzen sein darf, belesener und intelligenter zu sein als der Europäer vorgibt zu sein, denn, die verlautbarte Intelligenz des selbst ernannten Mutterlandes, trägt keinen Wert in sich. Und obwohl Fanon auch im Denken zuhause ist, so formuliert der dem Intellektuellen in der gegebenen Art dennoch eine Absage.

Zitat

„Und wenn ein anderer mir unbedingt beweisen will, dass die Schwarzen genauso intelligent seien wie die Weißen, dann sage ich: auch die Intelligenz hat noch nie jemanden gerettet; und das stimmt, denn wiewohl man im Namen der Intelligenz und der Philosophie die Gleichheit der Menschen verkündet, beschließt man in ihrem Namen auch deren Ausrottung.“ (28)

Folgerichtiges Nachdenken kann allen Übel Anfang sein. Sowie der Nachweis gleichwärtiger Intelligenz leicht zu erbringen ist, auf diese Untersuchung wird Fanon sich allerdings nicht einlassen, da sie an sich schon ein Ideal bestätigt – das des weißen Mannes – welches Fanon ablehnt, welches abzulehnen ist. Ziel der Fanonschen Forschung ist, den Schwarzen zu helfen sich von ihren Komplexen – die aus Unterdrückung entstanden sind – zu befreien, sich nicht über falsche Ideale zu definieren. Es ist die Sprache, das Angesprochen werden, das den Schwarzen an den ihm zugedachten Platz stellt. Der Leitsatz der Weißen ist, dass mit Schwarzen vereinfacht in verniedlichender Sprache gesprochen werden muss, wie mit einem Kind.

Zitat:

„Die praktischen Ärzte wissen das. Zwanzig Europärer kommen nacheinander in die Sprechstunde: »Nehmen Sie Platz, Monsieur … Was führt Sie her … Wo haben Sie Schmerzen?« Kommt ein Neger oder ein Araber: »Setz dich, mein Guter … Was hast du? Wo tut’s weh?« Oder gar: »Wo es dir fehlen?«“ (31)

Jemanden in dieser Art ansprechen bedeutet ihn zu verletzten, ihn festzulegen, ihm ein Bild zu präsentieren, das es nicht erlaubt ihn als vollwertigen Erwachsenen zu behandeln. Fanon geht noch weiter. Liegt kein Wille vor zu verletzen, sondern nur der Wunsch nach besonderer Lockerheit, so ist eben dies noch niederträchtiger. Jedes Nachfragen, jeder Widerspruch des Gegenübers wird absurd. So zu sprechen, bedeutet seinem Gegenüber klar zu machen,

Zitat:

„Blieb du, wo du bist“ (33)

2.    „Der angebliche Abhängigkeitskomplex des Kolonisierten“

Zu Beginn dieses Kapitels stellt Fanon fest.

Zitat

„(…) eine Gesellschaft ist entweder rassistisch oder nicht.“ (81)

Fanon macht klar, dass Aussagen wie »der Rassismus betrifft die Eliten nicht« falsch sind. Es sind die gleichen Bilder, die eine Gesellschaft in womöglich unterschiedlichem Ausdruck beherrschen. Jede Art von Rassismus ist grausam, Fanon sieht keinen Sinn in wissenschaftlichen Erhebungen seiner Unterschiede. Womit Fanon auch zu der Feststellung kommt, dass sich der koloniale Rassismus nicht von anderem Rassismus unterscheidet und er wendet sich in diesem Sinn immer wieder an alle Unterdrückten dieser Erde, um sich zu solidarisieren.

Was macht den beschriebenen Rassismus nun aus? Es sind die Rassisten, die Minderwertige erschaffen, so Fanon. Unbewusste Bilder des Bösen kommen in einer Gesellschaft zum Vorschein. Was Fanon genau mit Gesellschaft meint wird nicht klar, weil vermutlich die Grenzen schwer festzusetzen sind. Ein Versuch wäre eine besondere Gesellschaft dort enden zu lassen, wo die unbewussten Voraussetzungen der Existenz beginnen andere zu sein. Fanon argumentiert weiter, dass niemand sich minderwertig fühlt aufgrund seiner Hautfarbe, bis er den Weißen begegnet, die ihn an seinen Platz stellen, definieren.

Warum erhält der Weiße, diese Machtposition? Weil er Kapital in jedem Sinn hat. Nach der gnadenlosen Ausbeutung der Kolonien, bleibt dem Schwarzen nur zu hoffen Akzeptanz zu finden, es sei denn Europa gibt all das gestohlene Gut zurück. Ein Umstand der Ungleichheit, der uns mit Sicherheit in der Gegenwart mehr denn je beschäftigen sollte, da es mittlerweile ganz normal geworden ist auf Kosten vermeintlich anderer zu leben. Unsere Gegenwart ist die des weltumfassenden Kolonialismus.

Wenn Fanon von Minderwertigkeitskomplex spricht, so stellt sich die Frage nach der nötigen Therapie. Fanon definiert das Ziel einer wirksamen Therapie immer darin, den Patienten zu ermutigen, sich nicht mit dem eigenen Gefühl der Minderwertigkeit zu beschäftigen sondern sich gegen die herrschenden Strukturen zu wenden, die ihn an seinen Platz stellen.

3.    „Der Neger und die Anerkennung“

Zitat:

„Der weiße Herr sagt zum Neger »Nun bekommst du deine Freiheit.«“ (200)

Zwei Dinge funktionieren in diesem Satz nicht, aus zwei Gründen kann mit Fanon in einer solchen Situation, nicht von der Anerkennung als freies Individuum gesprochen werden. Einerseits ist Freiheit nichts, das gegeben werden kann, sie muss einem jeden automatisch zukommen. Muss genommen werden können. Zweitens, beansprucht der genannte weiße Herr ein Recht, das ihm nicht zusteht, sofern er beansprucht Demokrat zu sein. Das Recht über den Möglichkeitsspielraum anderer zu entscheiden. Europa kann und konnte in diesem Sinn die Kolonien nicht freigeben, es braucht Prozesse anderer Art. Es braucht Prozesse der Aktion. Fanon fordert in seinem Buch, dass sich an Schwarze richtet und Motivation zum Aufbruch aus der Gefangenschaft sein soll, Selbstermächtigung und das Ende eines reaktiven Lebens. Vom Europäer möchte er zwischenzeitlich einfach in Ruhe gelassen werden. Europa wirtschaftet dennoch auf der ganzen Welt.

 

Schluss

Zitat:

„Es gibt nichts Empörenderes als die Worte: »Seit wann sind Sie in Frankreich? Sie sprechen gut Französisch.«“ (35)

Wir leben in einer rassistischen Gesellschaft, der pädagogische Anspruch der Europäer ist auf allen Ebenen ungebrochen. Wir glauben das Eigene schützen zu müssen, unser Selbstbild muss erhalten bleiben. Die Wissenschaften tragen bewusst oder unbewusst zu Prozessen der intellektuellen Abschließung bei. Es werden wissenschaftliche Bilder erzeugt, die ihren Wahrheitswert aus ihrer Wiederholung beziehen. Ich möchte heute und an diesem Ort nur von der Philosophie sprechen. Wir wiederholen uns und geben damit Festlegungen Leben, fixieren Unterscheidungen. Und wie Said einbringt stützt sich die Wissenschaft selten nur auf Texte ihrer Art sondern findet Bestätigung auch in weniger um Wahrheit bemühten Gebieten.

Wenn Bilder Festlegungen sind, so braucht es bewegte Bilder oder einander überlagernde Bilder, die letztlich eher im Unverständnis lassen, denn Aufklärung bringen. In diesem Sinne möchte ich für eine Unterscheidung plädieren von Darstellungen, in einerseits philosophische Darstellungen, die nicht sofort einleuchtend sind, sich widersprechen – eine Methode die Gayatri Chakravorty Spivak für sich einfordert. Und in andererseits Ereignis bezogene Textproduktion, die ein Bild fixiert, um sich einzumischen. Diese Art von Darstellung muss sich selbst als strategische verstehen und zeigen. Sie sei politisch genannt.

Philosophische Bilder in der interkulturellen Philosophie seien solche, die zum permanenten Nachfragen und Wiederbetrachten einladen. Man könnte diesen Zustand mit Ranciere auch ein nachdenkliches Bild nennen:

Zitat:

„Von einem nachdenklichen Bild zu sprechen, bedeutet hingegen, die Existenz einer Zone der Unbestimmtheit zwischen diesen beiden Bildtypen zu behaupten, bedeutet, von einer Zone der Unbestimmtheit zwischen Denken und Nicht-Denken, zwischen Aktivität und Passivität, aber auch zwischen Kunst und Nicht-Kunst zu sprechen.“ (125)

Offen muss heute bleiben wie dies zu leisten ist.

Ein Vorschlag sei schlussendlich allerdings noch angefügt. Der Vorschlag sich nicht des Vorurteils enthalten zu wollen, sondern Vorurteile im Konkreten immer wieder zu artikulieren, um sie nicht zu allgemeinen unbesprochenen Regeln des Denkens werden zu lassen. Mein Wunsch geht in Richtung einer beständig wachsenden Enzyklopädie der Vorurteile, Verhältnisse oder Bilder, auf das wir uns in der Menge des für wahr Gehaltenen verirren, um Zonen des Unbestimmten leben und denken zu müssen.

Herzlichen Dank

Diskussion:

Ist Fanon aktuell?

Darüber kann man nachdenken, ich finde nicht wünschenswert sehr ist Fanon aktuell. Jeder gleiche seinen Eindruck mit der Gegenwart ab.

Warum wurde der Titel „Schwarze Haut, Weiße Masken“ nicht genau besprochen?

Frantz Fanon möchte nicht darüber debattieren, wer welche Maske tragen soll, das natürliche Gesicht gibt es nicht. Ich habe den Titel nicht im Detail besprochen, da nicht der Eindruck entstehen soll, dass zwei Masken oder Bilder bestehen, diese Masken sind Herrschaftsinstrumente, die sich situationsabhängig zeigen. Es gibt möglicherweise Widerstreit, allerdings sehen die Gegenüber nie gleich aus.

 


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