Montag, 18. Juli 2016

„Das Wichtige wird vielleicht sein, leere Zwischenräume der Nicht-Kommunikation zu schaffen, störende Unterbrechungen, um der Kontrolle zu entgehen.“ (Gilles Deleuze)

Wichtig ist im Moment nicht, ob ich etwas Philosophie nennen möchte. Wichtig ist nicht, ob irgendein WIR »Philosophie« behauptet als existent, als sinnvoll. Philosophie muss nicht beweisen, dass sie sinnvoll ist. Philosophieren ist nicht mehr besonders in Mode – zu langsam, zu unverständlich. In Mode sind Ergebnisse. Die Welt stellt Aufgaben, schnell muss reagiert werden, allerdings sollte nicht dort schnell reagiert werden, wo es sich um Angelegenheiten handelt, die nicht akut sind, die überlegt werden können. An diesem Montag scheint mir wichtig festzuhalten, dass Philosophie etwas mit Verzögerung zu tun hat. Philosophie bedeutet damit auch, bereits geschaffenes Wissen zu respektieren, es zu lernen, es kennenzulernen, sich nicht mit dem zufälligen Ort seines intellektuellen Aufwachsens zufrieden zu geben, um von eben dort in ungesunder Verblendung die ANDEREN zu »kritisieren«. Philosophieren sei heute als eine Tätigkeit verstanden, die sich die störende Unterbrechung erlaubt, um etwas freier zu sein, die allerdings ebenso zuwartet, um nicht wissend sondern suchend zu sein. Dieses mag schöngeistig anmuten, allerdings möchte ich behaupten, dass der Verlust des Nachdenkens vor Ort (auf dieser Welt, im mir bekannten Mikrokosmos), das Ende der störenden Unterbrechungen, die Organisation, das Strukturieren jedes Moments des Lebens, sowie der Diskussion nicht sofort allerdings vielleicht dennoch die „leeren Zwischenräume“ abschafft. Traue nicht der/dem, der gleich antwortet!

Dienstag, 19. Juli 2016

„Die Philosophie ist ein Aufstand des Denkens, das dennoch seinen Grundsatz der Kohärenz zu bewahren sucht. (…)

Deshalb schlage ich auch vor, davon auszugehen, dass das Begehren der Philosophie, d.h., die begriffliche Subjektivität, aus der es gewoben ist, vier Elemente enthält. Erstens, Revolte, Unzufriedenheit mit der Welt, wie sie ist, kritische Anlage, Intoleranz der Ungerechtigkeit gegenüber. Zweitens, Logik, Überzeugung in die Macht der Argumente, Begehren der Kohärenz. Drittens, Allgemeinheit (die Philosophie ist in der Tat berechtigt, sich an jedes Denken zu wenden). Viertens, Wette (weil das Denken eine Entscheidung ist, die eine Perspektive ohne Gewähr trägt).“ (Alain Badiou)

Mittwoch, 20. Juli 2016

„Die Theorie als solche ist ein Tun, der stets ungewisse Versuch, das Projekt einer Aufklärung der Welt zu verwirklichen. Und das gilt auch für die Philosophie als die höchste oder äußerste Form von Theorie. Es ist der Versuch, die Welt zu denken, ohne vorher oder nachher sicher zu sein, daß die Welt sich tatsächlich denken lässt, ja sogar ohne zu wissen, was Denken eigentlich genau heißt.“ (Cornelius Castoriadis)

Donnerstag, 21. Juli 2016

… Philosophieren ist der Versuch zu denken auch wenn es nicht möglich ist – vielleicht. Ist Philosophie auch der Versuch zu denken, wenn es sinnlos ist? Was bedeutet Sinnlosigkeit in Bezug auf Philosophie? Wenn Philosophie sinnlos ist, in Bezug auf was genau? Philosophieren bedeutet der Sprache zu misstrauen? Philosophieren schafft den Hunger nicht ab, zumindest nicht alleine und nicht gleich. Vermag die Philosophie die Welt … vermögen es die Philosoph*Innen sich vor sich selbst zu beschützen? Wenn Philosophie sinnlos ist, ist Philosophie dann DADA? Heute: Philosophischer Dadaismus …

Freitag, 22. Juli 2016

„Die phänomenologische Welt ist nicht Auslegung eines vorgängigen Seins, sondern Gründung des Seins; die Philosophie nicht Reflex einer vorgängigen Wahrheit, sondern, der Kunst gleich, Realisierung von Wahrheit.“ (Maurice Merleau Ponty)

Samstag, 23.Juli 2016

„Die Departementalisierung des Geistes ist ein Mittel, diesen dort abzuschaffen, wo er nicht ex officio, im Auftrag betrieben wird.“ (Theodor W. Adorno)

Sonntag, 24.Juli 2016

Philosophie ist die Realisierung von Wahrheit, die Departementalisierung des Geistes ist ein Mittel, diesen dort abzuschaffen, wo er nicht als Auftrag betrieben wird … Die Philosophie ist der Kunst gleich?

Was bedeutet Wahrheit zu realisieren? Repräsentation als Darstellung? Eine zentrale Behauptung der Philosophie war das Eingeständnis des Nichtwissens. Was bedeutet die Realisierung von Wahrheit im Wissen darum diesem Departement nicht zu entsprechen, nicht qualifiziert zu sein diese Aufgabe auszuführen? Philosophie ist der anmaßende Versuch Wahrheit darzustellen, ohne noch zu wissen wie.

Was bedeutet mein Schreiben über Philosophie, das Wiederholen von Gemeinplätzen zum Teil? Der Versuch sich immer wieder zu wiederholen, soll mehr Verständnis versprechen. Es ist eine Spirale des Denkens, der Worte und Zitate an der ich Richtung Zentrum schwimme, dieses Zentrum gibt es nicht. Philosophie als Wiederholung … Im Schreiben das Denken kennenlernen.

Montag, 25. Juli 2016

„Unrecht zu tun ist für den, der weiß, dass es unrecht ist, ein Widerspruch; und dieser Widerspruch ist unerträglich. Dies Argument ist für den Philosophen, so wie ihn Plato verstand, in der Tat zwingend, weil für Plato das Denken selbst dialogisch ist: es ist der schweigende Dialog zwischen mir und mir selbst. Sofern die Existenz des Philosophen sich in der denkenden Tätigkeit aktualisiert, besteht sie in einem artikulierten Umgang mit sich selbst; bei dieser Aufspaltung in zwei miteinander in einem schweigenden Dialog begriffenen; bei dieser Aufspaltung in zwei miteinander in einem schweigenden Dialog begriffenen Partnern, die ja doch in der gleichen Person wohnen und sich nie voneinander trennen können, hat der Denker in der Tat großes Interesse daran, sich nicht in Gesellschaft eines Lügners oder Mörders zu befinden. Der Denker bzw. der Mensch, sofern er denkt, kann es sich nicht leisten, Unrecht zu tun, weil er die Integrität des Partners im schweigenden Dialog mit sich selbst intakt halten muß, will er nicht die Fähigkeit, zu denken und damit auch zu philosophieren, ganz und gar verlieren.“ (Hannah Arendt)

Dienstag, 26. Juli 2016

Welche Orte lassen zu welchem Denken neigen?

„Ein endgültiges Haus wäre ein Sterbehaus, in Symmetrie zum Geburtshaus oder Elternhaus, und würde nicht mehr Träume, sondern Gedanken eingeben, ernste Gedanken, traurige Gedanken. Besser ist es, im Provisorischen zu leben als im Endgültigen.“ (Gaston Bachelard)

Mittwoch, 27. Juli 2016

„So etwas wie einen privaten Intellektuellen gibt es nicht; von dem Augenblick an, wo man etwas niederschreibt und veröffentlicht, tritt man an die Öffentlichkeit.“ (Edward W. Said)

Donnerstag, 28. Juli 2016

„Der Mensch ist, auch wenn er es nicht weiß, ein philosophisches Tier, das sich die Fragen der Philosophie gestellt hat, lange bevor die Philosophie als Reflexion ausformuliert wurde, und er ist ein poetisches Tier, insofern er sich diese Fragen im Imaginären beantwortet.“ (Cornelius Castoriadis)

Freitag & Samstag

… Weintrinken?

Sonntag, 31. Juli 2016

„Philosophie, wie sie im Angesicht der Verzweiflung einzig noch zu verantworten ist, wäre der Versuch, alle Dinge so zu betrachten, wie sie vom Standpunkt der Erlösung aus sich darstellten. Erkenntnis hat kein Licht, als da von der Erlösung her auf die Welt scheint: alles andere erschöpft sich in der Nachkonstruktion und bleibt ein Stück Technik.“ (Theodor W. Adorno)

Montag, 1. August 2016

Fieber bedeutet Gedankenverbrennung.

Dienstag, 2. August 2016

„Aber da es das Rauschen gibt, muß die Philosophie eine Lösung erfinden, die im selben Verhältnis zu Orpheus steht wie die Leibnizsche Lösung zu Odysseus. Sie muß noch vor dem Sinn und der erfolgreichen Kommunikation, als Voraussetzung von Logik und Sprache, eine Musik unterstellen, die über das Rauschen siegt, sie muß diese Musik erfinden, sie zu komponieren wagen und damit einen unwahrscheinlichen Takt entdecken.“ (Michel Serres)

Mittwoch, 3. August 2016

Machen wir uns auf die Suche nach verliebten Ordnungen. Philosophie stellt Verbindungen her.

Donnerstag, 4. August 2016

„Die Theorie des Seins, die Ontologie, führt zu den Atomen.
Die Theorie der Relationen führt zum Parasiten.“ (Michel Serres)

Freitag, 5. August 2016

Wenn es Philosophie gibt…

Samstag, 6. & Sonntag, 7. August 2016

„Der Gegenstand der jüngsten europäischen Philosophie ist die bedingte menschliche Verfassung und namentlich die Zeitlichkeit des Menschen; diese Zeitlichkeit bildet die Voraussetzung für alle anderen «Bedingheiten», und sie letzten Endes macht den Menschen zu einem «bedingten» Wesen, zu einer endlosen, sich verlierenden Reihe «bedingten» Wesen, zu einer endlosen, sich verlierenden Reihe von «bedingten Verfassungen». Nun bildet die Frage der «Bedingtheit» des Menschen (und ihr im Westen vernachlässigtes Gegenstück, die «Aufhebung der Bedingtheit») das Zentralproblem des indischen Denkens. Seit den Upanisaden hat nur ein Problem das indische Denken beschäftigt, die Struktur der menschlichen Verfassung. (Man hat deshalb nicht ohne Grund gesagt, daß die gesamte indische Philosophie «existentialistisch» war und ist.) Es dürfte also für Europa am indischen Denken interessant sein 1. die Behandlung der vielfachen «Bedingtheiten» des Menschen, 2. die Bearbeitung des Problems der menschlichen Zeitlichkeit und Geschichtlichkeit, 3. die Frage nach einem Ausweg aus der Angst und Verzweiflung, die mit dem Bewußtwerden der Zeitlichkeit, des Urgrundes aller «Bedingtheiten», unvermeidlich entsteht.
Indien hat sich mit einer nie mehr erreichten Strenge um die Analyse der verschiedenen Bedingtheiten des menschlichen Wesens bemüht. Doch es hat diese Analyse nicht geleistet, um dadurch zu einer exakten und zusammenhängenden Erklärung des Menschen zu kommen (wie zum Beispiel das europäische 19. Jahrhundert, welches den Menschen aus seiner erbmäßigen und sozialen Bedingtheit erklären zu können glaubte), sondern um zu erfahren, wieweit sich die bedingten Zonen des menschlichen Wesens erstrecken und ob außerhalb dieser Bedingtheiten noch etwas anderes existiert.“ (Mircea Eliade)

Dienstag, 16. August 2016

Philosophieren im Fremden – gebastelte Philosophie?

Mittwoch, 17. August 2016

„Nicht-Tun im Tun. Übe das!
Und erkenne so das Unerkennbare!“
(Laotse)

Dienstag, 23. August 2016

Türen suchen, Schlüsseln verschwinden lassen …

Kategorien: AllgemeinTagebuch

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