Man verzeihe mir die gegebene Emotionalität nicht.

Man erlaube mir noch weniger diesen Fehler zu machen.

Ich möchte mich nicht entschuldigen!

Meine Beobachtungen zum Thema Frausein und wie Frau meint öffentlich dastehen zu müssen, machen mich wütend.

Wütend auf mich selbst, die längste Zeit dem Mythos der gelassenen Frau verfallen gewesen zu sein, wütend auf uns alle, die wir den Feminismus tagtäglich verraten und dennoch meinen uns so sehen zu können, als emanzipierte Frauen. Feministin? Nein, so weit würden wir schon nicht mehr gehen, Überlegtheit, Gelassenheit, ein gutes Herz, dies alles hindert uns mit „extremen“ Begriffen zu spielen.

Meine Beobachtungen machen mich wütend, ich möchte nicht sehen, wie wir unseren Kollegen im Gespräch abwartend, vermittelnd und diplomatisch gegenüberstehen … nicht immer sind wir Politikerinnen. Ich möchte nicht erleben, bei Veranstaltungen hysterischer Männer (Paradiesvögeln), mit dabei sein zu dürfen, um deren Monologe mit den passenden Einwürfen zu untermalen, sie in Kontext zu setzen, um erdig und vernünftig das Schiff in Richtung Hafen zu steuern.

Dieses Plädoyer für hysterische Frauen, nimmt den Begriff im ganz alltäglichen Sprachgebrauch auf und unterstellt, dass es die Hysterie ist, das Kämpfen um Aufmerksamkeit und Anerkennung, das in unserer Gesellschaft gefördert wird. Genau, vermutlich möchte man die Damen lieber überlegt, da sie als Gelassene immer ihre Chefs verstehen werden. Anerkennung, wir alle wollen sie haben, man lehrt den Söhnen sich hysterisch ins Leben zu werfen, jeden Moment zu beweinen, der nicht aufgeladen war mit dem nötigen Zuspruch, doch möchte man die Mädchen nach wie vor verständnisvoll.

Wenn Sie gerade eine Tochter erziehen, bitte lehren Sie ihr die Hysterie, die einzige revolutionäre Lebenshaltung.

Wir dürfen das Feld der Anerkennung nicht den sich stundenlang veräußernden Männern überlassen.

Man entschuldige nicht das an dieser Stelle durchbrechende Frauentum, ich denke, ich war vernünftig, lange genug – viel zu lange.


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